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Barcelona gilt als die Hauptstadt des Modernismus. Hier lebte und wirkte der Architekt Antonio Gaudí und hinterließ der Stadt einige seiner relevantesten Arbeiten, die Jahr für Jahr Millionen von Besuchern aus aller Welt anziehen. Die repräsentativste davon, der Templo Expiatorio de la Sagrada Familia blieb unvollendet, und so wird er heute genauso weiter gebaut, wie die Kathedralen des Mittelalters, nämlich mit Spenden von privaten Gönnern. Dank der heutigen modernen Konstruktionsverfahren ist damit zu rechnen, dass der Bau im Jahr 2020 vollendet sein wird. Weitere bekannte Werke Gaudís sind der Parc Güell, die auch unter dem Namen ”La Pedrera“ bekannte Casa Milà und die Casa Batlló. Neben den Bauten von Gaudí besitzt Barcelona noch weitere Kleinodien des katalonischen Modernismus wie das Hospital de San Pablo und den Palacio de la Música Catalana von Lluís Domènech i Montaner oder den Palacio Macaya sowie viele andere Architekturbeispiele von Josep Puig i Cadafalch. Mehr Information hier


Antonio Gaudí

Reus und Riudoms, zwei Nachbargemeinden im an die Stadt Barcelona angrenzenden Landstrich Baix Campo streiten darum, aus welcher von ihnen der berühmte Architekt stammt. Väterlicherseits kam die Familie aus Riudoms, mütterlicherseits aus Reus. Dokumenten aus seiner Schulzeit zufolge ist Gaudí in Reus geboren, obwohl er mehrfach gesagt haben soll, es stamme aus Riudoms, wo die Gaudís über viele Generationen residiert hatten. Getauft allerdings wurde er im Jahr 1852 gleich am Tage nach seiner Geburt in Reus, wo auch seine bereits in die Jahre gekommene Taufpatin wohnte, auf den Namen Antón Plácido Guillermo Gaudí i Cornet.


Im Jahr 1878 graduierte Gaudí an der Hochschule für Architektur Barcelona. Dazu der Kommentar des Direktors, Elies Rogent: \"hem donat un títol a un boig o a un geni, el temps ho dirà\" (Ob wir diesen Titel einem Verrückten oder einem Genie zugesprochen habe, wird die Zeit sicher zeigen.) In seiner Studienzeit hatte Gaudí bereits mit bekannten Meistern zusammen gearbeitet, und nach seinem Abschluss eröffnete er sein eigenes Studio, dasselbe, wo er später seine berühmten Werke entwerfen sollte.


Eine Vitrine Gaudís auf der Pariser Weltausstellung 1878 führte ihn mit Eusebi Güell zusammen, der den genialen Architekten unbedingt unter Vertrag nehmen wollte. Das war der Beginn einer engen Freundschaft und eines Mäzenatentums, aus dem einige der herausragendsten Werke Gaudis hervorgehen sollten. 1883 willigte Güell ein, sich um die jüngst begonnenen Arbeiten am Templo Expiatorio de la Sagrada Familia zu kümmern. Gaudí modifizierte das ursprüngliche Konzept und entwickelte sein auf der ganzen Welt als sein absolutes Meisterwerk bewundertes Projekt, dem er sich 1919 bis zu seinem Tode fast ausschließlich widmete.


Am 7. Juni 1926 spazierte Antoni Gaudí auf der Gran Via de les Corts Catalanes entlang in Richtung Plaza Tetuán. Diesen Weg von der Kirche des San Felipe zur Sagrada Familia hatte er tausende Male genommen, an jenem Tage indes, als er die Fahrbahn überqueren wollte, wurde er von einer Straßenbahn angefahren und verlor das Bewusstsein. Da er wie üblich beinahe wie ein Bettler gekleidet war, dauerte es lange, bis er als der berühmte Architekt identifiziert werden konnte. Drei Tage später starb er im Alter von 74 Jahren im Hospitel de la Santa Creu. Beigesetzt wurde er vor den Augen unzähliger Bewunderer in der Krypta der Sagrada Familia.

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